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"Buena Vida" in der Waldeslust

Das Lied des Gauchos in der Pampa

Vier exzellente Musiker vermitteln am Dreikönigstag in Unterhaching lateinamerikanisches Lebensgefühl

Unterhaching: Bei "Guanta namera" sangen alle mit: "Guanta namera, gua-jira Guantanamera"! Der kubanische Rundfunkjoura list Joséito Fernandez, der Nach richten mit improvisierten Lie- dern zu kommentieren pflegte, hat 1928 die Melodie geschrieben...
    Das Lied, das ein Bauernmädchen aus der Provinz Guantanàmo besingt, hat eine lange Geschichte. Es enthält Verse des kubanischen Dichters José Marti aus dem 19. Jahrhundert. "Ich bin ein ehrlicher Mann und komme von dort, wo die Palmen wachsen...", dich-tete Hector Angulo, ein Vertrauter von Fidel Castro, zu Beginn der Vierziger-jahre. Zwanzig Jahre später schnapp-te Pete Seeger das Lied in einem Ju-gendcamp in NewYork auf. Viele Pop-stars haben die Ballade ins Repertoire aufgenommen: Joan Baez, Trini Lopez, Nana Mouskouri, Julio Iglesias...
    Am Dreikönigstag zur Blauen Stunde ließen sich die Besucher der Unterha-chinger Ausflugsgaststätte "Waldes-lust" von gesungenen Geschichten verzaubern, Geschichten, die von ei-ner unvergessenen Liebe handeln, von Haut, deren Farbe schimmert wie Zimt, von Sehnsucht und Heimat. Buena Vida",  eine  Band  mit  vier in ihrer Tra-


Buena Vida am Dreikönigstag in der"Waldeslust" (von links): Fabio Block, Manolo Diaz, Borel de Sousa und Mundo Burgos.

verlassenen Pampa mit einem Karren unterwegs ist, einnem Karren, dessen monotones Quietschen einziger Beglei-ter ist in dieser Einöde. Lautmalerisch übernimmt die Gitarre den Part des Wa-gens, der über das weite Land rattert. Weich und dunkel klingt die Stimme des Argentiniers beim sanften "Besame mucho". Mundo Burgos, Fabio Block Gi-tarre und Gesang), der Bassist Manolo Diaz aus Andalusien (Bass) und der Brasilianer Borel de Sausa (Percus-sion), der bei einem "Tango negro" mit seinem furiosen Solo dafür sorgt, dass den Tanzenden die Sohlen brennen, sind eine perfekt eingespielte, mit-reißende Formation. Mundo Burgos ist der Sohn eines Profi-Tangospielers, Fabio Block geboren in Sao Paulo, ist auch als Komponist erfolgreich. Und Manolo Diaz, derklassische Musik und Jazz studiert hat, spielt in zahlreichen Jazz-Formationen, zum Beispiel mit Ha-rald Rüschenbaum.
    Tanzmusik dieser Güte ist eine echt Lücke im Veranstaltungskalender. Zu-mindest für jemanden dem in einer ge-wöhnlichen Diskothek die Ohren abfal-len und die Füße einschlafen (am Frei-tag, 14. Januar, ist "Buena Vida" in der Unterfahrt). RITA BAEDEKE
dition fest verwurzelten Musikern, bra-chte Tranzmusik aus Lateinamerika ins winterliche Haching, Musik aus Argen-tinien bis Mexico sanft, leidenschaft-lich, temperamentvoll, melancholisch, heiß und kalt. Das Schöne daran: Es durfte getanzt werden. Junge Gäste probierten mit konzentriertem Ernst, was sie im Tranzkurs gelernt haben. Ältere  Paare  zeigten  sich  "trittsicher"
und rhythmusfest bei Rumba, Milonga und Samba .und eine größere Zahl Hachinger "chicas" tanzte selbstver-gessen und mit wachsender Freude, was Rhythmus und Fantasie ihnen eingaben.
    Mundo Burgos, Gitarrist und Sänger aus Buenos Aires, kann seine Stimme klingen lassen wie den heiseren Ge-sang  eines  Gauchos,  der  in der gott-
 
           

© Buena Vida Trio