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MÜNCHNER KULTUR - Süddeutsche Zeitung Nr. 175 / Seite 41

Authentisch - „Latin Night“ mit „Buena Vida“ im Brunnenhof der Residenz

 

Hoy me siento bien, quiero bailar y quiero cantar“: Heute fühle ich mich gut, ich möchte tanzen und singen. Das könnte als Motto über der „Latin Night“ im Brunnenhof der Residenz stehen - zumindest, was den Hauptdarsteller betrifft: Mundo Burgos, Sänger und Mitbegründer der Gruppe Buena Vida. Fast lasziv führt er durch das zweieinhalbstündige Programm, das von argentinischen Tangostücken, brasilianischer Capoeira bis hin zu Latin-Rock à la Carlos Santana reicht. „Ihr könnt jetzt ein bisschen kuscheln“, fordert Burgos das Publikum auf, bevor der ersten Töne von „Bésame mucho“ erklingen. Die meisten befolgen diesen Rat, allein schon, um sich gegenseitig zu wärmen, bei gefühlten zehn Grad. Die Gruppe Buena Vida, die im Kern aus dem Argentinier Burgos, dem brasilianischen Gitarristen Fabio Block und dem Spanier Manolo Diaz am Kontrabass besteht, überzeugt durch Musikalität und spürbare Leidenschaft für die lateinamerikanischen Rhythmen. Impulsiv zerrt und und zieht Block an den Saiten seiner Gitarre, um ihr diesen unverwechselbaren metallischen Klang zu entlocken. Mundo Burgos bleit trotz Flachserei immer authentisch. Egal, ob er eine Tangomelodie anstimmt, zu der er sich im gleitenden typischen Arrastrando-Schritt mit einer imaginären Tanzpartnerin bewegt oder im Hawaii-Hemd von der zimtfarbenen Haut der Mädchen aus Venezuela schwärmt. Neben den bekannten Salsa und Tangorhythmen bietet Buena Vida auch Einblick in eine andere Welt jenseits der spanisch beeinflussten Musik Lateinamerikas. „Paranaue“ die Hymne der Capoeira aus dem brasilianischen Bahia, ist ein von afrikanischen Traditionen geprägter Kampftanz. Begleitet wird die Capoeira mit dem Berimbau, dem traditionellen Instrument aus einem gebogenen Holzstück mit einer gespannten Saite und einem ausgehöhlten Kürbis als Klangkörper. Eindrucksvoll führt ein Tänzer auf der Bühne diese Mischung aus Jiu-Jitsu, Yoga, Akrobatik und Breakdance vor, und inspiriert von dieser Tanzeinlage, trauen sich einige im Publikum am Ende sogar beim letzten Lied „El cuarto de Tula“ selbst zu tanzen.

VERENA HAART
 
 
           

© Buena Vida Trio